Früherer Name: Rothardesbeke, Rottersbeke, Rotzbeke, Ratzebek.
Personenname Rothard, vermutlich der Name des Lokators (Ansiedlungsleiter) hat sich namensgebend für Ratzbek ausgewirkt. Ortsnamen mit dem Grundwort beke sind häufig. Das Gebiet war früher sehr wasserreich. An der Ostseite des Ortes fließt ein kleiner Bach, der Bach des Rathard.
Um das Jahr 1054 bedeckte noch ein Urwald das Gebiet nördlich der Trave, zwischen Lübeck und Bad Oldesloe. Bei der einsetzenden großen landesherrlichen Siedlungsperiode, wurde Ratzbek mitten in den Urwald hinein angelegt. Die Siedler waren vorwiegend aus Rheinland-Westfalen, Friesland und Holstein.
Die Einheit des Dorfes waren die Hufe, ihre Besitzer die Hufner. Die Hufzahl war ganz verschieden. So hatte z.B. Fliegenfelde um 1682 nur eine Halbhufe und zwei Zweidrittelhufe.
1221 findet die damals bereits geschlossene Ortschaft Ratzbek erstmalig Erwähnung. Das Dorf ist eine deutsche Straßenansiedlung.
1225 wurden von den Bauernsiedlern Wege angelegt. Einer der ersten war der von Ratzbek über Fliegenfelde nach Zarpen.
1300 wurde ein Weg über Stubbendorf Herweg Eckernschmiede Hamberge nach Lübeck angelegt.
1352 findet man als Ortbenennung Rottersbeke.
1459 erwarb der Lübecker Ratsherr Greverade zunächst die beiden Ratzbeker Bauernstellen des Diederich Reppen und Hinrich van Beveren. Einige Jahre später kam er in den Besitz des gesamten Dorfes.
1635 sind nur noch 5 Hufen und 4 Katenstellen vorhanden, eine Folge der Leibeigenschaft.
1674 ließ Herzog Hans Adolf in Reinfeld ein Hospital und Armenhaus errichten, zu dem die einzelnen Gemeinden einen jährlichen Beitrag leisten mußten. Ratzbek zahlte anfangs 6 MK, später 8 MK.
1681 findet man im Grundbuch des Amtes Reinfeld unter Ratzbek, die folgenden Namen von Hufnern verzeichnet:
Hinrich Möller, Jochim Witt, Peter Schwardt, Jacob Schröder, Asmus Stau, Dietrich Denckert, Jochim Krakau, Claus Schwardt, Hinrich Stau.
1700 wurde der harte Zwang der Leibeigenschaft gelockert. Den Untertanen wurden einige Tage Hofdienst pro Woche erlassen.
1704 war Hans Schwardt Bauernvogt und zahlte 8 Schilling lübisch Kirchgeld.
1750 erhielt nach einer Verordnung des Herzogs Friedrich Carl ein Hauptknecht 10 bis 12 Reichstaler an Lohn, sowie 20 Ellen Flachs, 10 Ellen Heeden Leinen, 2 Paar Schuhe und 1 Pfund Wolle. Nach einer neuen Verordnung über die Entschädigung des Schulmeisters, erhielt der Lehrer freie Wohnung, ein Drömt, 8 Scheffel Hafersaat und 1,25 Fuder Siesenwachs. Außerdem mußte für jedes Kind, daß unterrichtet wurde, wöchentlich 1 Schilling gezahlt werden.
1762 nach dem Aussterben des Plöner Herzoghauses, kam das Amt Reinfeld und damit Ratzbek an die dänische Krone. Die Leibeigenschaft wurde aufgehoben.